Über dieses Event
Anleiherisiken bei Nvidia, Oracle, SpaceX & CoreWeave – Kernpunkte
1. Kreislaufgeschäfte ("Circular Deals"): Nvidia investiert Milliarden in OpenAI, damit OpenAI wiederum Nvidia-Chips kauft – ein selbstreferenzielles Finanzierungskarussell zwischen Nvidia, Oracle, AMD und OpenAI. Kritiker sehen darin künstlich erzeugte Umsätze statt organischer Nachfrage – ein Strukturrisiko, das bei einer Abkühlung der KI-Euphorie schnell auf die Kreditwürdigkeit aller Beteiligten durchschlagen kann.
2. Capex-Explosion und Kreditaufnahme: Seit Anfang 2026 haben die Hyperscaler ihre Aktienrückkaufprogramme gestoppt und beschaffen sich stattdessen neues Fremd- oder Eigenkapital am Kapitalmarkt. Allein Alphabet, Amazon, Meta und Oracle haben im laufenden Jahr bereits Anleihen im Volumen von 169 Mrd. $ emittiert. SpaceX und Nvidia sammelten im Juni jeweils 25 Mrd. $ auf einen Schlag ein. Diese Kapitalintensität ist historisch: Die Investitionen der Neocloud-Anbieter wie CoreWeave, Nebius sowie SpaceX belaufen sich zusammengenommen auf über 1.000 Mrd. $ jährlich und erreichten in den USA im ersten Quartal knapp 4,9% des BIP – mehr als die IT-Kapitalinvestitionen auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase 2000.
3. Capex-Umsatz-Mismatch (Buchhaltungsrisiko): Im ersten Quartal 2026 beliefen sich die Capex der vier Hyperscaler auf 130 Mrd. $, während die Empfänger dieser Investitionen – Nvidia, Micron etc. – diese Einnahmen sofort als Gewinn verbuchten, obwohl die kumulierten Abschreibungen der Hyperscaler im selben Zeitraum nur rund 42 Mrd. $ erreichten. Das verzerrt die tatsächliche Ertragslage im System.
4. CoreWeave – strukturelle Cashflow-Lücke: CoreWeave erwartet dieses Jahr Einnahmen von 5 Mrd. $ bei Ausgaben von rund 20 Mrd. $. Zur Deckung dieser Lücke hat das Unternehmen 14 Mrd. $ Schulden aufgenommen, wovon fast ein Drittel im kommenden Jahr fällig wird – zusätzlich zu Leasingverpflichtungen in Höhe von 34 Mrd. $ bis 2028. Analysten ziehen explizit Parallelen zu Finanzierungsstrukturen vor der Finanzkrise 2008.
5. Asymmetrisches Risiko-Rendite-Profil für Bondholder: Anders als Aktionäre, die vom unbegrenzten Aufwärtspotenzial profitieren, bekommen Anleiheinvestoren im Erfolgsfall nur ihr Kapital plus Zinsen zurück – im Abschwung aber das volle Ausfallrisiko. Bei SpaceX gilt dieses Missverhältnis als besonders ausgeprägt.
6. Technologische Veralterung als struktureller Zwang: Die rasante technologische Veralterung und die kurze Lebensdauer von Chips zwingen Unternehmen zu kontinuierlicher Reinvestition – ein Schuldenrad, das sich nicht von selbst dreht, sondern immer neue Anleihen braucht.
7. Zweckgesellschaften (SPVs) außerhalb der Bilanz: Große Player strukturieren Rechenzentrumsfinanzierungen zunehmend über Zweckgesellschaften – was die Transparenz für Anleihegläubiger über das tatsächliche Konzernrisiko reduziert.
8. Bereits sichtbare Marktreaktion: Kreditausfallversicherungen (CDS) auf Oracle und CoreWeave sind gestiegen, Anleihekurse stehen unter Druck – ein früher Indikator dafür, dass der Kreditmarkt skeptischer ist als der Aktienmarkt, der die KI-Story noch stärker einpreist.
Ihre Gastgeber
Active Fund Placement (AFP) ist ein führender Drittanbieter für Investmentfonds in Europa, der einen bedeutenden Marktzugang und einen transparenten, professionellen Vertriebsansatz bietet. AFP wurde 2009 gegründet und ist auf UCITS, AIF und maßgeschneiderte Lösungen spezialisiert.