Über dieses Event
Der argentinische Comickünstler José Muñoz (*1942) erzählt in harten Schwarz-Weiss-Kontrasten – von drastischen Crime Storys um Detektiv Alack Sinner bis zur feinfühligen Biografie der Jazzlegende Billie Holiday. Originale, Skizzen und farbige Arbeiten zeigen ihn in einer umfassenden Retrospektive.
José Muñoz’ Interesse am Comic stiess an der Kunsthochschule auf Ablehnung: Sein Professor missbilligte das Medium und der junge Künstler war gezwungen, seine ersten Schritte im Comic im Verborgenen zu machen. Dieses heimliche Arbeiten verweist auf eine lange wirksame Hierarchie der Kunstgeschichte, in der die narrative Kunst über Jahrzehnte hinweg marginalisiert wurde.
Die Kuratorin Anette Gehrig lädt dazu ein, den Ursachen und Mechanismen dieser hartnäckigen Rangordnung nachzugehen und sie kritisch zu hinterfragen. Die Freiheit aus der Kunst und die Symbiose mit der argentinischen Comictradition hat dazu geführt, dass Muñoz als Innovator des Mediums vorrangeschritten ist.